MARIE.EIN FALL.

Hörspiel von Susanne Ayoub

Norddeutscher Rundfunk NDR
Samstag, 8. August 2020
21:05 – 22:00

(+ 7 Tage nachhören, bis 15.August)

https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/hoerspiel_kriminalhoerspiel/Hoerspiel-Marie-Ein-Fall,sendung1047334.html

Das Hörspiel erzählt eine wahre Kriminalgeschichte, zitiert aus Originaldokumenten, Gerichtsakt, Gutachten, Zeitungsberichten und Briefen.

Die Namen der handelnden Figuren sind, ebenso wie „Maries Brief“, der das Hörspiel umrahmt und durchzieht, fiktiv.

 

Szene 14. Vor Gericht.

Vorsitzender
Sie haben sich doch in der Zwischenzeit wieder mit Hauser getroffen?

Marie
Ich sagte, ich sei gestürzt. Aber er glaubte mir nicht. Mein Vater fürchtete, er würde uns anzeigen.

Vorsitzender
Ihr Vater wusste also auch von der Abtreibung.

Marie
Ich hatte ihm gesagt, wenn ich den Referendar heiraten muss, töte ich mich. Mein Vater wollte mir helfen. Aber dann drohte Hauser, die Abtreibung publik zu machen. Ich besorgte mir einen Revolver, es war einer, der möglichst wenig Geräusch machte.

Vorsitzender
Woher kamen Sie an die Waffe? Das ist doch kein Kinderspiel.

Marie
Der Revolver hatte einem Selbstmörder gehört, mein Vater, der Bürgermeister war, hatte ihn aus dem Rathaus mitgebracht und in einem Kasten verwahrt. Diesen nahm ich an mich.

Vorsitzender
Sie töteten sich nicht damit, sondern brachten Ihren Geliebten mit Geld zum Schweigen.

Marie
Ja, er brauchte immer Geld, ich hatte schon genug davon, es immer von neuem zu beschaffen. Deshalb sagte ich ja, als der Referendar noch einmal um meine Hand fragte. Dann tat es mir aber wieder leid.